Tonsillektomie/Tonsillotomie

Tonsillektomie

Die Entfernung der Gaumenmandeln (Tonsillektomie) stellt wohl die häufigste und best bekannte HNO-ärztliche Operation dar. Nach strenger Indikationsstellung (z. B. chronische, rezidivierende Entzündungen der Gaumenmandeln, Zustand nach Mandel-Abszess oder bei Tumorverdacht) wird die Operation bei Kindern in Vollnarkose und bei Erwachsenen sowohl in Vollnarkose als auch in örtlicher Betäubung durchgeführt. Bei Kleinkindern ist auch die stationäre Aufnahme eines Elternteiles über Nacht möglich. Die Betreuung erfolgt sowohl in der Kinderklinik als auch in der HNO-Klinik.

Da eine Nachblutungsgefahr von wenigen Prozenten aller Operationen besteht, ist eine stationäre Überwachung von fünf Tagen erforderlich. Da eine Spätnachblutungsgefahr bekannt ist, sollte nach der stationären Entlassung eine körperliche Schonung zu Hause erfolgen. Kinder sollten zudem zu Hause überwacht werden und bei auftretenden Blutungen unverzüglich wieder die Klinik aufsuchen.

Tonsillotomie

Tonsillotomie, laserchirurgisch

Wenn die Mandeln stark vergrößert sind und die Luft- und Speisewege einengen, ohne häufig entzündet zu sein, kann eine alleinige Verkleinerung der Mandeln - Kappung oder Tonsillotomie notwendig sein. Wir führen diesen Eingriff mit dem Laser oder mit der bipolaren Thermotherapie durch. Die Vorteile dieser Methode liegen darin, dass die Mandeln als Teil des Immunsystems erhalten bleiben und nach der Operation, die auch ambulant durchgeführt werden kann, kaum eine Blutungsgefahr besteht. Die Immunfunktion der Mandel ist vor allem bei Kindern bis zum sechsten Lebensjahr sehr wichtig.

Die Kappung (Tonsillotomie) erfolgt in Vollnarkose und dauert ca. 40 min. Nach der Operation ist Schonung für ca. 10 Tage notwendig. Die Schmerzen sind meist weniger ausgeprägt, als nach einer kompletten Entfernung der Mandeln und lassen sich mit üblichen Schmerzmitteln, z.B. Paracetamol, Novalgin therapieren. Bei der Ernährung sollte auf säurehaltige Lebensmittel (Obst,Fruchtsaft) verzichtet werden. Ausreichendes Trinken unterstützt den Heilungsverlauf. Die Verlaufskontrolle erfolgt ambulant.